Was ist Epithalon? Einfach erklärt, mit Steckbrief und Forschungsstand
Redaktion: goodaminos Laborteam · Zuletzt geprüft: 7. Oktober 2026
Was ist Epithalon?
Steckbrief
- Synonyme
- Epitalon, Epithalone, AEDG-Peptid
- Substanzklasse
- synthetisches Tetrapeptid
- Bausteine
- Ala-Glu-Asp-Gly (Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure, Glycin)
- Herkunft
- nachempfunden dem Zirbeldrüsen-Peptid Epithalamin, entwickelt in Russland (Khavinson-Gruppe)
- Status
- nicht als Arzneimittel zugelassen, Verkauf als Forschungschemikalie (RUO)
- CAS-Nummer
- 307297-39-8
- Molekulargewicht
- 390.35 Da
Rezeptorprofil & Mechanismus
Epithalon gehört zur Gruppe der kurzen, synthetisch hergestellten Peptide. Peptide sind Ketten aus einzelnen Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweiß. Man kann sie sich wie eine sehr kurze Perlenkette vorstellen, bei der jede Perle eine Aminosäure ist. Epithalon besteht aus nur vier solchen Perlen und zählt damit zu den Tetrapeptiden. Es ist dem körpereigenen Zirbeldrüsen-Peptid Epithalamin nachgebildet und wird in der Forschung als Modellsubstanz eingesetzt, um Vorgänge auf Zellebene zu beobachten.
Was hat Epithalon mit der Telomerase zu tun?
Telomerase ist ein Enzym, das die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen pflegt. Diese Kappen heißen Telomere, und man kann sie sich wie die Plastikenden eines Schnürsenkels vorstellen, die verhindern, dass der Faden ausfranst. In Zell- und Tiermodellen wird untersucht, ob und wie Epithalon mit der Aktivität dieses Enzyms in Zusammenhang steht. Diese Beobachtungen stammen ausschließlich aus präklinischen Modellen. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.
Warum wird Epithalon mit der Zirbeldrüse in Verbindung gebracht?
Die Zirbeldrüse ist eine kleine Struktur im Gehirn, die am Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist. Fachleute sprechen hier von zirkadianer Regulation, also dem inneren Takt, der grob einem 24-Stunden-Tag folgt. Epithalon ist dem natürlichen Zirbeldrüsen-Peptid Epithalamin nachempfunden, und genau deshalb wird in präklinischen Modellen beobachtet, wie die Substanz mit dieser Drüse und ihren Botenstoffen zusammenspielt. Diese Fragestellungen bewegen sich auf Zell- und Tierebene. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.
Entwicklungs- & Studienlage
Epithalon wurde in Russland von der Arbeitsgruppe um Wladimir Khavinson entwickelt und leitet sich von dem natürlichen Zirbeldrüsen-Extrakt Epithalamin ab. Die Substanz stammt aus einer Forschungstradition, die sich mit kurzen, regulatorisch beschriebenen Peptiden beschäftigt. Bis heute ist Epithalon weder in der EU noch in den USA als Arzneimittel zugelassen und wird ausschließlich als Forschungschemikalie gehandelt.
Literatur zur Substanzklasse
- Anisimov VN, Khavinson VKh, Popovich IG, et al. (2003). Effect of Epitalon on biomarkers of aging, life span and spontaneous tumour incidence in female SHR mice. Biogerontology 4(4), 193-202. DOI: 10.1023/A:1025114230714
- Khavinson VKh, Bondarev IE, Butyugov AA (2003). Epithalon peptide induces telomerase activity and telomere elongation in human somatic cells. Bull Exp Biol Med 135(6), 590-592. DOI: 10.1023/A:1025493705728
Rechtsstatus
Epithalon ist in der EU und den USA nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Forschungschemikalie verkauft. goodaminos vertreibt Epithalon ausschließlich als Forschungschemikalie für Labor- und In-vitro-Zwecke; es ist nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt. Dies ist keine Rechtsberatung.
Stand: 7. Oktober 2026. Quellen:
Häufige Fragen zu Epithalon
Ja, Epithalon und Epitalon bezeichnen dieselbe Substanz, nur in unterschiedlicher Schreibweise. Auch Epithalone und AEDG-Peptid tauchen als Synonyme auf. AEDG steht dabei für die Reihenfolge der vier Aminosäuren Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Glycin.
Epithalamin ist ein natürlicher Extrakt aus der Zirbeldrüse, der mehrere Stoffe enthält. Epithalon ist die synthetische, auf vier Aminosäuren verkürzte Nachbildung, die gezielt in der Forschung eingesetzt wird. Man kann Epithalon als die aufgeräumte Laborversion des natürlichen Vorbilds verstehen.
Kurze Peptide sind vergleichsweise einfach herzustellen und lassen sich in Zell- und Tiermodellen gut untersuchen. Bei Epithalon steht der Zusammenhang mit der Telomerase-Aktivität und der Zirbeldrüse im Fokus. Diese Beobachtungen stammen aus präklinischen Modellen. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.
Für die Laborforschung
Nur für Forschungszwecke (RUO). Nicht für den menschlichen Verzehr oder die Anwendung am Menschen.
